Brutaler Angriff auf Polizeibeamte in Refrath – Anwohner zeigen Courage

Bergisch Gladbach (ots) – In der Nacht am 18.08.2010 erhielt die Polizei
gegen 01.30 Uhr Hinweise auf eine verdächtige Person, die sich unerlaubt in
einem komplett eingezäunten Hinterhof der Straße Auf der Kaule aufhielt.

Der Mann, der mit nacktem Oberkörper und ohne Schuhe unterwegs war, verhielt
sich augenscheinlich sehr aggressiv. Er hatte kurz vorher die Klingeln eines
angrenzenden Hauses betätigt und etliche Anwohner aus dem Schlaf gerissen.

Die eintreffende Streifenwagenbesatzung versuchte verbal mit dem Mann
Kontakt aufzunehmen, was jedoch misslang. Er war offenbar der deutschen
Sprache nicht mächtig und beschimpfte -wie sich später herausstellte- die
Polizeibeamten in polnischer Sprache auf das Übelste.

Nach Überklettern eines Zauns stand nun ein Beamter dem Randalierer direkt
gegenüber. Und sofort eskalierte die Situation. Der Mann schlug den Beamten
ins Gesicht, der wiederum Pfefferspray einsetzte, um sich der Angriffe zu
erwehren. Doch es zeigte keinerlei Wirkung. Heftiges Gerangel folgte, beide
Personen gingen zu Boden, der Randalierer schlug, trat und boxte mit Armen
und Beinen. Auch mit dem Eingreifen einer weiteren Beamtin gelang es nicht,
den Mann unter Kontrolle zu bringen. Vielmehr versuchte der Aggressor, dem
Beamten die Dienstpistole aus dem Holster zu entreißen, was ihm nicht
zuletzt aufgrund spezieller Vorrichtungen am Holster nicht gelang.

Wie sehr sich die Anwohner ängstigten, lässt der Umstand erkennen, dass
innerhalb nur weniger Sekunden gleich mehrere Notrufe auf der Leitstelle
eingingen. Ein 20-Jähriger griff dann beherzt ein, unterstützte die Beamten
aktiv und half mit, Schlimmers zu verhindern. Diese bemerkenswerte Geste der
Solidarität leistete auch ein anderer Nachbar, der kurzerhand mit einer Flex
das Schloss eines Zufahrtstores aufschnitt, um Unterstützungskräften und
Rettungswagen den Zugang zum Geschehensort problemlos zu ermöglichen.

Erst mit mehreren Streifenwagenbesatzungen gelang es den Mann zu fixieren.
Tatsächlich beruhigen konnte ihn dann erst der Notarzt, der entsprechende
Medikamente einsetzte.

Zwei Polizeibeamte und der Täter wurden verletzt und ambulant behandelt.
Dabei erlitt einer der Beamten Hämatome, Prellungen und Kratzwunden über den
gesamten Körper verteilt.

Auf der Polizeiwache stellte sich heraus, dass es sich beim Täter um einen
27-jährigen Polen handelt, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat. Es
wurden Blutproben zur Feststellung von Alkohol und/oder Drogen im Blut
angeordnet und von einem Arzt entnommen. Den Mann erwartet nun ein
Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung, Körperverletzung und
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Er befindet sich zurzeit noch im
polizeilichen Gewahrsam. Weitergehende Maßnahmen werden im Tagesverlauf
abgestimmt.

Pressestelle
Polizei Rheinisch-Bergischer Kreis

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